Projekt

JÄGERWEG
Teilumbau Einfamilienhaus




«Du stehst an einer Wegkreuzung und entscheidest dich in alle Richtungen gleichzeitig zu gehen.» — Rolf Hermann



Das 1923 in Biel-Mettfeld erbaute Wohnhaus ist dem späten Heimatstil zuzuordnen. Der zweigeschossige Massivbau mit Hochparterre, Estrich und Walmdach wurde vermutlich bereits während der Bauzeit um eine puristische Eingangspartie mit Quergiebel erweitert. Eingriffe der 1980er-Jahre – insbesondere Bad- und Dachausbau – zerstörten die ursprüngliche Grundrissordnung und minderten die räumlichen Qualitäten und die Nutzfläche.

Der Umbau rückt die Architektur ins Zentrum. Eine präzise gesetzte, neue vertikale Erschliessung vom Unter- bis ins Dachgeschoss ordnet den engen Raum neu, schafft ein zusätzliches Schlafzimmer und integriert eine neue Küche in klar gefasster Struktur. 
Gezielte Öffnungen verbessern Durchlässigkeit und Belichtung im Erdgeschoss, ohne die räumliche Umfassung aufzulösen. Sämtliche Eingriffe sind mit grösster Sorgfalt in Konstruktion und Haptik entwickelt.

Das Treppenmöbel aus gebürsteter Eiche und gebeizter Birke ist als räumliches Kontinuum entwickelt und übernimmt zugleich die Funktion eines Bücherregals – ein konzeptioneller Ansatz, welcher sich aus der schriftstellerischen Tätigkeit des Bauherrn ableitet. Beidseitig nutzbare Nischen formen einen vertikalen Bücherturm; die Wand wird zum Möbel, Leere und Fülle treten in kontrastreichen Dialog.
Bauherrschaft: Privat
Team: preiswerk architekten gmbh
Auftrag: Direkt
Planung und Umsetzung: 2017–2018
Fotografie: Rolf Siegenthaler, Bern; Catherine Preiswerk



Pläne

Situationsplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Schnitt



Prozess