Projekt

EvilardUmbau und Aufstockung 
Einfamilienhaus


Freistehend und eingeschossig steht der Bau aus den 1940er-Jahren in schlichter, ländlich geprägter Bauweise am Übergang von Waldrand und offenem Feld. Die Solitärstellung in der Landschaft ermöglicht einen weiten, unverstellten Blick in die Bergkulisse. Für ein künstlerisch tätiges Paar soll die bestehende Wohnfläche erweitert werden. Nach Prüfung verschiedener Konzepte fiel die Entscheidung auf eine leichte Aufstockung in Holzbauweise. Ziel war es, die Grundstruktur des Erdgeschosses in ihrer ursprünglichen Setzung zu bewahren und den Charakter des Bestandes weiterzuführen.

Vier Dachbinder strukturieren den Grundriss des Obergeschosses. Ein zentral angeordneter Raum fungiert als Bad und Garderobe und organisiert zugleich die Erschließung der beiden diagonal zueinander orientierten Ateliers. Deren Rundfenster eröffnen gezielte Ausblicke in das nördliche Aaretal und zum See und verankern den Neubau in seiner landschaftlichen Umgebung.

Die räumliche Verzahnung von Bestand und Erweiterung erfolgt über zwei diagonal gesetzte, zweigeschossige Lufträume. Ergänzend schafft der Rückbau der südlichen Zimmerwände im Erdgeschoss neue Sichtachsen mit zwei neu gesetzten Fenstern und eine großzügigere Raumabfolge. Die bestehenden Fassadenöffnungen bleiben in ihrer ursprünglichen Proportion und Setzung erhalten und sichern die Kontinuität des Bestandes.

Die gedämmte Welleternitfassade bildet als rotes Kleid einen bewusst gesetzten Kontrast zum umgebenden Grün der Landschaft. Das asymmetrische Dach in Kombination mit der hellen, vertikal gegliederten Holzverkleidung verleiht dem Baukörper Leichtigkeit und betont die kompositorische Dialektik von Bestand und Ergänzung.
Bauherrschaft: Privat
Team: ARGE preiswerk nullneun Architekten
Auftrag: Direkt
Planung und Umsetzung: 2019–2021
Fotografie: Rolf Siegenthaler, Bern; ARGE preiswerk nullneun architekten



Pläne

Situationsplan
Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Obergeschoss
Querschnitt
Längsschnitt



Prozess